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Ratgeber FolsÀure Schwangerschaft:

SpĂ€testens in der Schwangerschaft beschĂ€ftigen sich Frauen oft intensiv mit ErnĂ€hrungsratgebern. Allerdings zeigt sich auch, wie nötig (sinnvolle) RatschlĂ€ge sind, haben entsprechende Untersuchungsergebnisse gezeigt. Denn vor wie in der Schwangerschaft ernĂ€hren sich Frauen immer noch hĂ€ufig unausgewogen. Zu den populĂ€rsten ErnĂ€hrungsfehlern zĂ€hlen zu wenig Eiweiß, ein fehlendes FrĂŒhstĂŒck und ein zu ausgiebiges Abendessen, wenige ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren, nicht genĂŒgend Milch und zu viel Zucker. Besonders in der Zeit um die Schwangerschaft (inklusive Planungsphase und Stillzeit) sollten Frauen darauf achten, reichlich anorganische Mineralstoffe und Vitamine einzunehmen. Stellt der betreuende Haus- oder Frauenarzt eine Schwangerschaft fest oder berĂ€t im Falle eines Kinderwunsches, wird er der Frau in der Regel nicht nur eine bestimmte ErnĂ€hrungsfĂŒhrung, sondern auch PrĂ€parate zur konzentrierten Einnahme empfehlen.

Aber wie viel FolsĂ€ure in der Schwangerschaft ist gut und vor allem: WofĂŒr ist FolsĂ€ure gut?

FolsĂ€ure in der Schwangerschaft – Warum es so wichtig ist

Erdbeeren mit FolsÀure in der Schwangerschaft

Neben Mineralstoffen wie Zink und Magnesium gilt FolsĂ€ure als weitere SĂ€ule der Gesundheit wĂ€hrend der Schwangerschaft. Doch obwohl die Wichtigkeit von FolsĂ€ure in der Schwangerschaft seit Jahrzehnten bekannt ist und neue Untersuchungen die gesundheitliche Notwendigkeit des Vitamins sogar noch betonen, nehmen immer noch satte vier von fĂŒnf Deutschen zu wenig FolsĂ€ure mit der Nahrung auf. Viele deutsche Frauen wissen nicht, wie viel FolsĂ€ure bei einer Schwangerschaft benötigt wird.
Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung und die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfehlen Jugendlichen und Erwachsenen eine Tagesmenge von 400 Mikrogramm (entspricht 0,4 Milligramm) Folat; schwangeren und stillenden Frauen sowie Frauen mit Kinderwunsch empfehlen Ärzte außerdem 400 Mikrogramm zusĂ€tzlich ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel, das bedeutet also 800 Mikrogramm FolsĂ€ure jeden Tag. TatsĂ€chlich erreichen noch nicht einmal 20 Prozent der deutschen BĂŒrger die veranschlagte Tagesmenge (Bundesdurchschnitt liegt bei 250 Mikrogramm), und das, obwohl Folat in so vielen natĂŒrlichen Lebensmitteln vorkommt. Schon beim Kinderwunsch FolsĂ€ure ausreichend zu nehmen, kann einen spĂ€teren Mangel an FolsĂ€ure ausmerzen.

Was ist der Unterschied zwischen FolsÀure und Folat?

FolsĂ€ure und Folat sind eigentlich zwei unterschiedliche Dinge: FolsĂ€ure umschreibt die synthetisch hergestellte Verbindung Vitamin B9. Folat ist ein Oberbegriff fĂŒr alle folatwirksamen Verbindungen und kommt natĂŒrlicherweise in Lebensmitteln vor. Folat und seine verschiedenen Abspaltprodukte sind unter anderem mit daran beteiligt, dass sich der Uterus wĂ€hrend der Schwangerschaft vergrĂ¶ĂŸert und die Bildung von Fötus, Plazenta und Brustgewebe erfolgreich ist. Zusammen gehören Folat und FolsĂ€ure zur Gruppe der B-Vitamine und sind wasserlöslich.

Wozu braucht der Körper FolsÀure?

Sei es fĂŒr die Blutbildung, die UnterstĂŒtzung von Gehirnfunktionen und der Erbsubstanz oder fĂŒr die Produktion unserer „GlĂŒckshormone“– FolsĂ€ure mischt im menschlichen Körper erkennbar mit. Dank FolsĂ€ure kommt es zur Zellteilung, es werden Schleimhautzellen gebildet und die Konzentration der Herz und Kreislauf schĂ€digenden AminosĂ€ure Homocystein im Blut verhindert. Besteht ein langfristiger FolsĂ€uremangel, so sprechen einige Forschungen dafĂŒr, können Herz-und-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose (GefĂ€ĂŸverkalkung) und daraus folgend SchlaganfĂ€lle und Herzinfarkte ausgelöst werden. Auch bezĂŒglich Depressionserkrankungen ist FolsĂ€ure ein wichtiger Mitspieler, wie japanische Wissenschaftler untersucht haben. So fĂŒhrt ein Folatmangel im Gehirn zu einem messbaren RĂŒckgang der Hormone Dopamin, Serotonin und Noradrenalin. Der Mangel an diesen Hormonen begĂŒnstigt die Entwicklung von Depressionen und ließe sich durch einen ausgewogenen FolsĂ€ure- bzw. Folatspiegel vermeiden, so die Forscher.

Wissenschaftler aus Ontario und Minneapolis gehen noch einen Schritt weiter. Sie stellen eine direkte Verbindung zwischen einem FolsĂ€uremangel und der AnfĂ€lligkeit fĂŒr bestimmte Krebsarten her. Ausgangspunkt dafĂŒr ist Untersuchungen in den USA und Kanada, in der die Versorgung mit FolsĂ€ure erhöht wurde und in Folge dessen die Rate an Nieren- und Hirntumoren bei Kleinkindern rapide sank (Abfall 20 bis 40 Prozent). Mit einem gut gefĂŒllten Speicher an FolsĂ€ure zu schwanger werden, ließen sich zukĂŒnftige Gesundheitssorgen beim Kind im Keim ersticken. PrĂ€parate mit FolsĂ€ure, wie Femibion 1, Taxofit FolsĂ€ure oder auch Ratiopharm FolsĂ€ure können die positive Wirkung von FolsĂ€ure in der Schwangerschaft noch verstĂ€rken.

Zusammengefasst wirkt FolsÀure auf:

  • Bildung der Erbsubstanz (DNS)
  • Bildung von Blutkörperchen
  • Fett- und Eiweißstoffwechsel
  • Zellteilung und Zellentwicklung

Allerdings kann der Körper FolsĂ€ure bzw. Folat nicht selbst bilden. Dazu muss die Frau das Vitamin ĂŒber die Nahrung aufnehmen und im Falle einer Schwangerschaft FolsĂ€ure durch gesonderte FolsĂ€ure Tabletten. Denn: In der Schwangerschaft benötigen alle Mamas-to-Be etwa das Doppelte an FolsĂ€ure fĂŒr das Kind und sich selbst. Doch nur in flĂŒssiger oder fester Reinform wird FolsĂ€ure zu fast 100 Prozent vom Körper aufgenommen, sprich: mittels Injektion, Tropfen oder Tabletten.

FolsÀuremangel in der Schwangerschaft
Was sind die Risiken und Symptome fĂŒr Mutter und Kind?

FolsĂ€uremangel bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft – Die Risikogruppen

Obgleich FolsĂ€ure in Lebensmitteln reichlich vorkommt, treten die meisten Frauen bereits mit einem FolsĂ€uremangel in die Schwangerschaft ein. Die Unterversorgung an FolsĂ€ure ist besonders in Erste-Welt-LĂ€ndern verbreitet. Denn dort beherrschen vor allem Fertiggerichte und vitaminarme Speisen die Essgewohnheiten vieler Verbraucher und werden neue Risikogruppen (wie durch starkes Rauchen und lange Medikamenteneinnahme) geschaffen. Dabei ließe sich auch hier ein Mangel an FolsĂ€ure oft durch abwechslungsreiche und gesunde Kost vermeiden.

Die Symptome einer Unterversorgung am Vitamin B sind mannigfaltig und beginnen bei MĂŒdigkeit und KonzentrationsschwĂ€che, gehen ĂŒber zu Ohrensausen und enden bei SchleimhautentzĂŒndungen und AnĂ€mie. Eine dauerhafte Unterversorgung an FolsĂ€ure wĂ€hrend der Schwangerschaft kann außerdem zu ernsthaften SchĂ€den beim Kind fĂŒhren.

Achtung! Beachten Sie, dass Körperzellen, die dauerhaft zu wenig von bestimmten B-Vitaminen bekommen, nach einiger Zeit weniger aufnahmebereit reagieren. Im Falle einer solchen gestörten FolsÀureaufnahme muss die Schwangere ihren tÀglichen Bedarf zusÀtzlich zu den 800 Mikrogramm Folat erhöhen.

Die hĂ€ufigsten GrĂŒnde fĂŒr einen Mangel an FolsĂ€ure sind

  • Medikamenteneinnahme (Anti-Baby-Pille, Krampflöser)
  • Alkohol
  • Rauchen
  • Einseitige ErnĂ€hrung
  • HĂ€ufige SchlankheitsdiĂ€ten

Die Risikogruppen fĂŒr einen FolsĂ€uremangel sind Alkoholiker und Raucher, Frauen, die lĂ€ngere Zeit die Anti-Baby-Pille nehmen und Menschen mit Erkrankungen an Magen, Darm und Leber sowie Dialysekranke. Ebenfalls stark anfĂ€llig sind stillende MĂŒtter, Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften oder Frauen, die nach kurzer Zeit wieder schwanger geworden sind.

Generell befinden sich Frauen innerhalb einer Schwangerschaft in Gefahr, an FolsÀure unterversorgt zu sein.

FolsÀuremangel-Symptome bei schwangeren Frauen

Bei einer erwachsenen Person dauert es circa einen Monat, bevor der FolsĂ€urehaushalt im Körper vollstĂ€ndig aufgebraucht ist; bei Schwangeren ist die Depotzeit noch kĂŒrzer. Dann machen sich die ersten Auswirkungen einer Unterversorgung bemerkbar. Dabei durchlĂ€uft der Körper der schwangeren Frau mehrere Phasen eines Mangels an FolsĂ€ure. Kinderwunsch hin oder her – die ersten, meist geistigen Symptome sind Alarmsignale eines Mangels und sollten vom Arzt ĂŒberprĂŒft werden:

  • Gereiztheit
  • Schlechte Konzentration
  • DepressivitĂ€t

Schreitet die FolsÀureunterversorgung weiter voran, erwarten die schwangere Frau zunehmend körperliche Symptome:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Ohrensausen
  • Glossitis (EntzĂŒndung der Zunge)
  • Thrombozytopenie (Schlechtes Abheilen von Wunden)
  • Megaloblastische AnĂ€mie (seltene Form der Blutarmut)

FolsĂ€ure ist an der Bildung Blutkörperchen und SchleimhĂ€uten beteiligt; dabei wird das Gewebe fortlaufend erneuert, und bedarf besonders viel Folat. Bei einem lĂ€ngeren FolsĂ€uremangel kann der Körper seine BlutplĂ€ttchen, die so genannten Thrombozyten, nicht schnell genug bilden. Im Ergebnis heilen Wunden sowie Verletzungen an den SchleimhĂ€uten langsamer ab und Ă€ußere Blutungen halten lĂ€nger an. Zur Behandlung einer SchwangerschaftsanĂ€mie eignet sich FolsĂ€ure in Kombination mit Eisen.

FrĂŒherkennung von FolsĂ€uremangel durch Bluttest

Wenn Sie genau wissen möchten, wie es um Ihren persönlichen Bedarf an allen Vitaminen und Mineralstoffen bestellt ist, können Sie einen Bluttest beim Arzt anfordern. Leidet die Patientin an einem FolsÀuremangel, lÀsst sich dies aus ihrem Blutbild ableiten. Bereits mit zwei bis drei Wochen FolsÀuremangel sinkt die Konzentration der so genannten PlasmafolsÀure im Blut. Allerdings lÀsst sich hier das Ergebnis mit einem kurzfristig erhöhten FolsÀurekonsum leicht verfÀlschen. Bestehen Sie beim Arzt also auf das Untersuchen Ihrer roten Blutkörperchen. Dieses sind besonders zuverlÀssige Langzeitmarker: Das in ihnen enthaltene Folat verrÀt, ob eine Unterversorgung seit bis zu vier Monaten besteht.

Sollten wie auch immer die genannten Mangelerscheinungen wÀhrend der Schwangerschaft ignoriert werden, setzt die Mutter ihr Baby einem vehementen Gesundheitsrisiko aus.

Zu wenig FolsĂ€ure in der Schwangerschaft ist ein Gesundheitsrisiko fĂŒr das Baby

Ein wenig FolsĂ€ure in der Schwangerschaft kann fatal fĂŒr das Kind sein. Denn wer dauerhaft ungenĂŒgend von dem Vitamin zu sich nimmt, nĂ€mlich deutlich weniger als 800 Mikrogramm in der Schwangerschaft, der riskiert ein Kind mit körperlichen Behinderungen.
Wie kommt das und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?

Der Neuralrohrdefekt

FolsĂ€ure (Folat) braucht nicht nur der Körper der Schwangeren, sondern auch das Baby. Eine Störung, die auf einem schweren FolsĂ€uremangel basieren kann, ist der so genannte Neuralrohrdefekt. Zwischen dem 21. und 28. Tag der Schwangerschaft bildet sich beim Embryo das Neuralrohr – der erste Schritt in der Entwicklung des zentralen Nervensystems. FĂŒhrt die werdende Mutter nicht genĂŒgend Folat in Form von FolsĂ€ureprĂ€paraten zu, kann sie die Bildung des Neuralrohrs – und damit die Entwicklung von Gehirn und RĂŒckenmark beim Kind – beeintrĂ€chtigen. Im Extremfall sind die Folgen dann sichtbar: Das folsĂ€ureunterversorgte Baby kommt mit Fehlbildungen zur Welt, unter denen der „offene RĂŒcken“ (Spina Bifida), die Anencephalie (teilweise oder vollstĂ€ndiges Fehlen des Großhirns) und die Lippen-Gaumen-Spalte zu den bekanntesten AusprĂ€gungen zĂ€hlen. Statistisch gesehen kommen in Deutschland jedes Jahr immerhin zwischen knapp 500 und 800 Babies mit einem Neuralrohrdefekt zur Welt.

Bereits ein Kind mit Neuralrohdefekt ausgetragen und wieder schwanger?

Frauen, die bereits ein neuralrohrgestörtes Kind zur Welt gebracht haben, wird geraten, weit vor einer erneuten Schwangerschaft unbedingt ihren Haus- oder Frauenarzt aufzusuchen. Bevor sie wieder schwanger wird, sollte die Frau vorsorglich FolsĂ€ure in Höhe von 4 Milligramm pro Tag einnehmen. NahrungsergĂ€nzende FolsĂ€ureprodukte wie FolsĂ€ure-ratiopharm 5mg oder Spritzen mit konzentrierter FolsĂ€ure bieten da ideale Hilfe. Leider kommt es immer wieder vor, dass Ärzte hierzulande keine entsprechenden Empfehlungen geben. Achten Sie also selbstĂ€ndig vor der Konzeption (also vor der EmpfĂ€ngnis) auf eine 10-fach höher dosierte FolsĂ€urezufuhr, um eine Entwicklungsstörung beim neuen Kind zu vermeiden.